
Wer kennt sie nicht, die lustigen Bauarbeiter aus Seven Wonders I und II, die dem Erbauer der 7 Weltwunder mit Feuereifer zur Seite stehen – oder auch mal wegen Steinmangel demonstrieren und Schilder schwenken...
Nun ist endlich eine neue Ausgabe der 7Wonders Reihe auf dem Markt – 7 Wonders, Treasures of Seven. Schon der Name verheißt, dass einige Neuerungen das Spiel interessanter machen. Wie in den vorangegangen 7 Wonder Spielen geht es darum, mystische, großartige Bauwerke der Weltgeschichte nachzubauen. Beginnend im hohen Norden mit dem Nidarasdom von Trondheim geht es weiter rund um den Globus über Russland nach Italien, wo der schiefe Turm von Pisa gebaut wird, über Jordanien, den Iran und Äthiopien. Zu jedem der Bauwerke gibt es, wie schon in den anderen 7 Wonders Spielen, einen kurzen Abriss mit interessanten Informationen zur Entstehungsgeschichte inklusive Sagen und Mythen, die sich um das jeweilige Gebäude ranken. In jeweils 7 Leveln, mit langsam ansteigendem Schwierigkeitsgrad, wird je ein Bauwerk fertiggestellt. Nach jedem Level wird der Baufortschritt in Prozent angezeigt. Für je drei Bauwerke wird ein Ring des alten magischen Kompasses freigeschaltet. In der Rahmenhandlung des Spieles geht es darum, mit allen drei Ringen dieses Kompasses, die versteckte Stadt der Götter zu entdecken.

Eine besondere Neuheit von Treasures of 7 ist es, dass Spielfeld und Menüs auf einem Würfel angeordnet sind. So ist es nun möglich, das Spielfeld zu drehen, was völlig neue taktische Möglichkeiten eröffnet.
Nach wie vor geht es darum, die „Steine“, die unter den bunten Runen auf dem Spielfeld liegen durch das geschickte Bilden von 3er, 4er oder 5er Reihen gleichfarbiger Runen zu zerstören. Hin und wieder erscheinen Bonusgruppen von Runen am Spielfeldrand, die es möglichst schnell zu bilden gilt. Wenn das gelingt, wird die Levelzeit für eine Weile eingefroren. Wie in den älteren Ausgaben sammeln die niedliche Arbeiter die zerstörten Steine eifrig ein. Aber damit nicht genug, wenn alle Steine zerstört sind erscheint die magische 7 auf dem Spielfeld. Durch anfangs einfachere – später recht komplexe Labyrinthstrukturen gilt es, diese in ein vorgegebenes Zielfeld zu manövrieren. Ein knifflige Aufgabe, die immer wieder das Drehen des Spielfeldes und „Um-die-Ecke-Denken“ erfordert. In späteren Leveln müssen zusätzliche Teleportfelder genutzt (oder auch gemieden werden) um diese Aufgabe optimal zu lösen. Manchmal sind mehrere Lösungswege möglich. Die großzügig bemessene Levelzeit verhindert, dass dabei Frustration aufkommt. Dennoch sind hier mehr als in den Vorgänger-Spielen der 7Wonders-Reihe Nachdenken und Vorausplanen gefragt. Mit jedem Kompassring wird den Runen auf dem Spielbrett eine neue Farbe hinzugefügt, die es wieder schwieriger macht, Kombinationen zu bilden.
Zu Beginn jedes Levels versuche ich, möglichst viele 4er und 5er Kombinationen zu bilden, die mir Bonusrunen geben (Eiskugeln und Feuerbälle, die jeweils ganze Reihen zerstören). Diese bewahre ich mir sorgfältig für das Levelende auf, denn sie sind sehr hilfreich dabei, die magische 7 exakt durch die immer kniffliger werdenden Labyrinthstrukturen zu lotsen! Für die Bonusrunen-Aufgaben ist es wichtig, immer genau die angeforderte Dreiergruppe zu bilden! Vierer- oder Fünfergruppen der richtigen Farbe werden nicht anerkannt. Wenn man die Bonusgruppe nicht schafft, verschwindet sie ohne weitere Konsequenz wieder, die Zeit wird dann nicht eingefroren. Leider wird nicht ganz klar, ob dieses Verschwinden nach einer bestimmten Anzahl Spielzüge (man hat definitiv mindestens einen „Vorbereitungszug“ für die Bonusgruppe) oder nach Ablauf einer bestimmten Zeit erfolgt.
Mir persönlich hat der direkte Vorgänger dieses Spiels, 7 Wonders II, etwas besser gefallen. Aber Vorausplaner und „Um-die-Ecke-Denker“ werden vermutlich an dieser neuen Version der 7 Wonders mehr Spaß haben. Wer zum Entspannen einfach gern unter Zeitdruck Runen auf dem Spielbrett sowie die darunterliegenden Felder zerstört, ist mit 7 Wonders sowie 7 Wonders II besser bedient. Trotzdem ein rundum gelungenes Spiel.
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